Kornelia Kesel – Ausstellungsstipendiatin der Sparkasse Allgäu 2022


Kornelia Kesel vor den beiden ausgezeichneten Werken © Matthias Sienz

Gewürdigte Werke

Kornelia Kesel wurde für ihre Werke „Unhappy End“ (Mischtechnik auf Leinwand) und „Noch gut“ (Mischtechnik auf Leinwand) von der Jury mit dem Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu 2022 gewürdigt.

 


Begründung der Jury

Die Künstlerin Kornelia Kesel hatte noch keine Einzelausstellung, aber ihre Werke werden schon seit vielen Jahren in der Kunstausstellung zur Allgäuer Festwoche gezeigt.

Sie überzeugt Jahr für Jahr die Jurys mit ihren qualitativ ansprechenden Werken. Sie spricht damit ein breites Publikum an, regt zum  Erzählen von Geschichten und mitunter auch zum Schmunzeln an.

Die Werke sind mit dem doppelbödigen Humor für viele Menschen zugänglich und sowohl von der Erzählweise als auch der Technik überzeugend. Die Werke sind im positiven Sinne ein Hingucker.

Die Jury freut sich darauf, wenn die Künstlerin mit ihren Werken eine eigene Ausstellung in der Kunsthalle gestaltet.


Kornelia Kesel über ihre Arbeit

"Impuls und Ausgangsgegenstand meiner Malerei sind meist erlebte oder erfundene Geschichten, Gehörtes, Gesehenes oder Gelesenes. Meine Themen werden auch beeinflusst von Alltagssituationen, Zeitgeschehen, Märchen und Comics. Fiktives taucht auf und wird in meinen Bildern transformiert.

Als Beobachterin blicke ich auf die äußere und innere Welt meiner Protagonisten. Ihre Emotionen, wie Sehnsüchte, Ängste, Heim- und Fernweh spiegeln sich in ihren Rollen wider.

Während des Malprozesses mischt sich realistische Malerei mit surrealen Ansätzen.

Der Hintergrund, oft mit Collagematerial und Ölkreide bearbeitet, ist meist graffitiartig gestaltet und ikonografische Zeichen senden Botschaften.

Oft werden ganze Passagen übermalt, Neues entsteht, die Untermalung bleibt Gedächtnis ..." (Kornelia Kesel)

Zum permierten Bild „Unhappy End“

"Auf dem Bild agieren eine Katze, ein Mädchen und ein Frosch. Ausgehend vom Märchen „Der Froschkönig“, wird hier der Frosch zum Opfer.

Die Interaktion zwischen den drei Protagonisten ist nicht ganz ersichtlich. Doch gerade dies weckt im Betrachter Neugierde und Fantasie. Die Katze besiegelt das Schicksal des Frosches. Sein tragisches Ende scheint das Mädchen in seiner Teilnahmslosigkeit nicht zu berühren.

Ob dieser Umstand letztendlich zu einer Verwandlung in einen Prinzen beiträgt, sei dahin gestellt ..." (Kornelia Kesel)

Zum permierten Bild „Unhappy End“

"Auf dem Bild agieren ein Wolf/Hund und ein Mädchen. In weiterer Entfernung kann man im Eingang eines Hauses eine schemenhafte Gestalt entdecken.

Im Gegensatz zum Märchen „Rotkäppchen“ steht der Wolf nicht für die augenscheinliche Bedrohung. Er ist nur eine zähnefletschende Kreatur.

Die eigentliche Gefahr lauert im Verborgenen und bildnerisch im entfernten Haus in der Präsenz der männlichen Silhouette ..." (Kornelia Kesel)